Forschung

Für eine nachhaltige, zirkuläre Baupraxis erforschen wir anhand von Prototypen und im Rahmen von Bauprojekten Ansätze einer produktbasierten Wiederverwendung.

Zusammen mit Forschenden, Planenden und ausführenden Gewerken in Deutschland und Europa hinterfragen wir Prozesse, entwickeln neue Geschäftsmodelle und übersetzen Ideen in anwendbare Produkte – damit die Wiederverwendung Schritt für Schritt zum Standard im Bauen wird.

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Impact basiertes System

Wir arbeiten an der Vision eines möglichst nachhaltigen Gebäudesystems, das innerhalb der planetaren Grenzen funktioniert. Unser Ziel ist es, Emissionen und Ressourcen schon in der Herstellung eines Gebäudes deutlich zu reduzieren und dabei wirtschaftlich zu bauen. Dafür setzen wir vor allem auf die Kombination von biobasierten Materialien und wiederverwendeten Bauteilen.

Wo biobasierte Lösungen an technische oder wirtschaftliche Grenzen stoßen – oder wo eine Alternative besonders kosteneffizient ist – sehen wir die Wiederverwendung bestehender Bauteile als besonders wirkungsvollen Ansatz.

In unserer produktbezogenen Forschung konzentrieren wir uns deshalb auf Bauteile mit dem größten CO₂-Fußabdruck. Aktuell entfallen etwa 56 % der grauen Energie auf das Primärtragwerk eines Gebäudes, rund 20 % auf die Fassade und etwa 10 % auf die Haustechnik. Im Tragwerk betrachten wir vor allem die Wiederverwendung von Beton, Stahl, Ziegeln und Holz; bei der Fassade steht der Erhalt und das Upgrade von Bestandsfenstern im Fokus.

Dabei wollen wir zentrale Fragen beantworten: Wie stehen Klimawirkung und Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis? Wie lassen sich Wiederverwendung und biobasierte Materialien optimal kombinieren? Und wie kommen wir der Vision eines Gebäudes ohne CO₂-Fußabdruck und eines wirklich nachhaltigen Gesamtsystems näher?

Optimaler Wiederverwendungsfall

OWF

Der optimale Wiederverwendungsfall besteht für uns aus einer möglichst guten Balance von hoher Einsatzfähigkeit, geringen Kosten, deutlicher Umweltentlastung und breiter gesellschaftlicher Akzeptanz. Ziel ist es, verschiedene Umsetzungsvarianten transparent bewertbar zu machen.

Einsatzfähigkeit
Einsatzfähigkeit bedeutet für uns, dass relevante Informationen zu Verfügbarkeit, Eigenschaften und Qualität der Materialien leicht zugänglich sind – und dass sie sich möglichst einfach in Planungs- und Bauprozesse integrieren lassen. Dazu gehören standardisierte Materialinformationen und -eigenschaften ebenso wie die technische Eignung, etwa in Form belastbarer Angaben zu Zustand, Qualität und möglichen Nutzungsraten bei der Wiederverwendung.

Kostentreiber
Unter Kostentreibern verstehen wir sowohl Produktions- und Logistikkosten als auch den zusätzlichen Planungs- und Arbeitsaufwand. Eine gute Wiederverwendungslösung reduziert diese Mehrkosten so weit wie möglich und lässt sich in bestehende Abläufe integrieren, ohne das Projekt wirtschaftlich zu überlasten.

Entlastung der Umwelt
Im Zentrum steht die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, Ressourcenverbrauch und weiteren Umweltbelastungen wie Deponieraum, Abfallaufkommen oder Toxizität. Besonders relevant sind Wiederverwendungsansätze, die messbar zu einer geringeren Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes beitragen.

Gesellschaftliche Akzeptanz
Gesellschaftliche Akzeptanz meint die soziale und politische Bereitschaft, ein neues Verständnis von Ästhetik, Qualität und Wertigkeit von wiederverwendeten Bauteilen mitzutragen. Wiederverwendung soll nicht als Kompromiss, sondern als selbstverständliche und hochwertige Bauweise wahrgenommen werden.

Unsere Bewertungsmatrix entwickeln wir kontinuierlich weiter, um diese Aspekte systematisch zu erfassen und so fundierte, vergleichbare Empfehlungen für unterschiedliche Formen der Wiederverwendung geben zu können.

Gesamte Wertschöpfungskette

GW

Um Bauteile im großen Stil wiederverwenden zu können, müssen sie wie klassische Bauprodukte in die Abläufe der Bauwirtschaft integriert werden. Unser Ansatz ist daher eine produkbasierte Wiederverwendung: ReUse-Bauteile werden so aufbereitet, geprüft und beschrieben, dass sie sich wie Neubauteile behandeln und planen lassen.

Der Schlüssel für eine skalierbare Wiederverwendung liegt in der Durchdringung der gesamten Wertschöpfungskette – vom Ausbau über Transformation und Rezertifizierung bis hin zur Bereitstellung als genormtes ReUse-Produkt. Dabei können bestehende Infrastrukturen und Unternehmen gezielt eingebunden werden.

So können planende und bauende Akteure wiederverwendete Bauteile konventionell in ihre Projekte integrieren, ohne zusätzlichen Aufwand oder spezielle Fachplanung. Auf diese Weise wird nachhaltiges Bauen auch für wirtschaftlich stark optimierte Projekte möglich – ReUse-Bauteile werden zu einer gleichwertigen Alternative zum Neubauprodukt.

Pilotprojekte & Prototypen

RR

Um Bauteile im großen Stil wiederverwenden zu können, müssen sie wie klassische Bauprodukte in die Abläufe der Bauwirtschaft integriert werden. Unser Ansatz ist daher eine produkbasierte Wiederverwendung: ReUse-Bauteile werden so aufbereitet, geprüft und beschrieben, dass sie sich wie Neubauteile behandeln und planen lassen.

Der Schlüssel für eine skalierbare Wiederverwendung liegt in der Durchdringung der gesamten Wertschöpfungskette – vom Ausbau über Transformation und Rezertifizierung bis hin zur Bereitstellung als genormtes ReUse-Produkt. Dabei können bestehende Infrastrukturen und Unternehmen gezielt eingebunden werden.

So können planende und bauende Akteure wiederverwendete Bauteile konventionell in ihre Projekte integrieren, ohne zusätzlichen Aufwand oder spezielle Fachplanung. Auf diese Weise wird nachhaltiges Bauen auch für wirtschaftlich stark optimierte Projekte möglich – ReUse-Bauteile werden zu einer gleichwertigen Alternative zum Neubauprodukt.

Projekte

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