
008 ZIWO // Ziegelsammeln als Protest
Drei verputzte Backsteinhäuser aus den 1930er-Jahren wurden abgerissen und hinterließen einen Berg aus Trümmern. Wir waren eine Woche lang vor Ort, um dem scheinbar wertlosen Schutt etwas entgegenzusetzen. In dieser Zeit konnten wir 14 Paletten Ziegelsteine direkt aus den Ruinen bergen, säubern und für eine neue Verwendung aufarbeiten. Dieser Workshop war jedoch weit mehr als eine reine Bergungsaktion, denn er war ein aktiver Protest gegen die gängige Praxis der Bauwirtschaft. Unser Aktivismus vor Ort sollte aufzeigen, dass wir hier nicht vor Abfall stehen, sondern vor offensichtlichen Werten, die man lediglich einsammeln und wertschätzen muss.
Das Projekt macht die drastische Diskrepanz zwischen der massiven Ressourcenverschwendung unserer Zeit und der händischen Arbeit sichtbar. Während hochwertige Baustoffe meist achtlos entsorgt werden, beweist unsere Arbeit, dass der Erhalt dieser Materialien möglich ist, wenn wir den Fokus von der bloßen Effizienz zurück auf den eigentlichen Wert des Bestands lenken. Besonders spannend war zu sehen, dass unsere protestartige Aktion wahrgenommen wurde und zum Mitmachen anstiftete. Mehrere vorbeilaufende Menschen fühlten sich angesprochen, kamen mit Sicherheitsschuhen sowie Handschuhen zurück und halfen tatkräftig mit. Die geretteten Ziegel konnten mittlerweile erfolgreich vermittelt werden und finden nun in zwei Projekten als sichtbares Mauerwerk eine neue Bestimmung.
Format
Workshop
Status
Abgeschlossen
Ort
Dortmund Lüttgenbommel
Jahr
2022
Unterstützung
Sarah, Louis, Delaney, Leander, Horst, Mark